Seit 67 Jahren spiele ich Tennis. Die ersten 60 Jahre in Chemnitz, danach seit 2019 in Wernigerode. Somit hängt mein Tennisherz an beiden Landesverbänden. Deshalb soll dieser Bericht auch an beide Verbände gehen.
Und plötzlich kommt doch einmal die Idee auf, Teilnehmer an der Deutschen Seniorenmeisterschaft in Bad Neuenahr zu sein. Wer hatte uns Kindern, Jugendlichen und dann Erwachsenen immer von diesem Turnier viel Gutes vorgeschwärmt, die Älteren wissen es noch: Fritz Brenne, das Tennisurgestein von Chemnitz! Er war in nahezu allen Funktionen des STV tätig. Ein hochgeachteter Funktionär der gesamten deutschen Tennisscene. Auch ich war ein Schüler von ihm und verdanke ihm viel. Diese DM fand 2026 zum 71-mal in Bad Neuenahr statt. Dort wo die Flut 2021 alles zerstörte, die Menschen der Region in Angst und Sorge um ihre Zukunft bangten. Die wunderbare Tennisanlage mit ihren 13 Plätzen war ebenfalls restlos zerstört. Sie wurde mit Hilfe der Tennisfreunde aus der ganzen Region und mit viel finanzieller Unterstützung durch das Land und den DTB 2025 neu eingeweiht und erstrahlt in einem Glanz der Tennisspieler nahezu erblassen lässt.
Und nun, 2026 war ich das erste Mal dort dabei. Ein später Höhepunkt meiner langen Tenniskarriere. In der Altersklasse 80 Plus! Allein in dieser AK waren 41 Spieler gemeldet. Die Gesamtzahl der Teilnehmer, Damen und Herren belief sich auf knapp 650 Spieler.
Der DTB hat ja in vielen Altersklassen bei den Senioren auch Spieler der Weltelite hervorgebracht. Ich nenne hier nur einmal Peter Marklstorfer, Alfred Böckl oder Herbert Althaus, der in der AK 90 plus unangefochten Seriensieger ist. Ebenso ist eine sehr erfolgreiche ehemalige DDR Meisterin – Brigitte Hoffmann – hier gekrönt worden. Und ich, nunja, in der 3 Runde flog ich aus dem Turnier, viel mehr hatte ich aber auch nicht erwartet. Bilanz: Ich war zufrieden. Was fehlt diesem tollen Turnier? Kurz und knapp, es müssten mehr Teilnehmer aus der Region der östlichen Bundesländer dabei sein. Mein Interview mit der Turnierdirektorin Anette Bartsch brachte es auch zum Ausdruck. Meine Bilanz zum Turnier: Organisation hervorragend – Gastgeber sehr freundlich und jederzeit hilfsbereit – für alles ist gesorgt – 13 Top-Tennisplätze – !!
Achja, leider ist es eben für die Spieler der östlichen Region sehr weit. Von Wernigerode hatte ich 450 km als Fahrstrecke. Jedem engagierten Tennisspieler kann ich es mit gutem Gewissen aber empfehlen, dieses Turnier zu besuchen, besser noch daran teilzunehmen!
Euer Claus Tanneberger, Mitglied des TC Wernigerode
